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Philatelistenklub Merkur Innsbruck

Jugendgruppe Steinach

Licht- und Schattenseiten der Jugendarbeit, oder das Leiden eines Jugendleiters.

Gibt es die Jugendgruppe Steinach noch?

Beginnen möchte ich meinen Bericht über meine Tätigkeit als Jugendleiter mit einem großen Dankeschön an alle Gönner und Förderer meiner Gruppe in Steinach, besonders aber an

  • das Jugendreferat des VÖPh, das mir in allen Belangen sehr geholfen hat,
  • Dr. H. Moser, Obmannn des Philatelistenklubs Merkur Innsbruck, meine Sammlerkollegen E. Valentini, M. Thaler und F. Deutscher für Katalog-, Alben- und Markenspenden,
  • meine deutschen Tauschpartner D. Hartmann und E. Weber, die mir unermüdlich Material für meine Jungsammler geschickt haben,
  • Frau I. Nekrepp aus Götzis, die uns auch besonders gezielt unterstützt und uns auch bei unserer ersten Ausstellung besucht hat,
  • M. Jakober, ehemaliger Direktor der HS Steinach, für schöne Alben und Marken,
  • sowie an die Direktoren der VS und der HS Steinach, H. Geir und E. Holzmann, aber auch an Herrn Pfarrer A. Moser für die Bereit- stellung von Räumlichkeiten und die Mithilfe bei Werbeaktionen.
    ( Ich hoffe, ich habe niemand vergessen! )
  • Nun, bei so vielen freundlichen Helfern müsste sich die Gruppe wohl gut weiter entwickelt haben, möchte man meinen. Ja, doch, gut hat das Jahr 2007 begonnen, zu den monatlichen Tauschtreffen kamen regelmäßig 8 bis 9 Kinder und die Arbeit mit ihnen machte Freude. Sie zeigten sich anfangs auch begeistert, als ich die Teilnahme an der Klubmeisterschaft des Vereins im Herbst anregte.

    Nie werde ich den Nachmittag im Frühjahr vergessen, als ich die Kinder zu mir nach Hause einlud, weil ich mit ihnen am Computer das Layout für unsere Ausstellungsblätter festlegen wollte. ( Wir hatten leider in der Schule keinen Zugang zu den Geräten. ) Mit welchem Eifer sie da am Werk waren und wie fleißig sie sich Notizen machten, um ihr Blatt zu Hause zu bearbeiten! Und tatsächlich hatten wir bis zum Sommer schon fast alle Blätter für einen Rahmen beisammen.

    100_0800-2Da sperrte die Schule zu, und mir fiel ein, dass ich den Herrn Pfarrer fragen könnte, ob wir in den Ferien den Pfarrsaal benützen dürfen. Gerne sagte er zu, und wir trafen uns ein paar Mal dort. Allerdings muss ich doch gestehen, dass dieses neue Umfeld nicht besonders einladend war. Der alte, kahle und unfreundliche Raum mag auch dazu beigetragen haben, dass das Feuer bei den Jungsammlern allmählich erlosch.

    Jedenfalls musste ich mit Schulbeginn zur Kenntnis nehmen, dass meine Gruppe, welche zu den besten Zeiten aus 12 Kindern bestand, plötzlich auf 3 zusammen geschrumpft war. Weh tat aber nicht so sehr dieser Umstand, sondern das Wie! Als ich nämlich meine Jungsammler in der Schule zusammen rief und sie zum nächsten Tauschtreffen einlud, da taten alle so, als ob sie selbstverständlich gerne kommen würden. Aber da hat wohl einer den Leithammel gespielt – „Markensammeln ist doof/out“ – und gleich acht sprangen auf diesen Zug auf und kamen einfach nicht mehr. Drei fanden es nicht einmal der Mühe wert, mir die bereits fertigen Ausstellungsblätter zu bringen.Trotzdem schmiss ich nicht alles hin, im Gegenteil, ich startete sogleich eine Werbeaktion in der Volksschule, leider ohne Erfolg. Mit meinen drei Getreuen – Lukas, Franziska und Marco – stellte ich unsere 12 Blätter „Die Jugendgruppe Steinach stellt sich vor“ fertig, und sie begleiteten mich auch gern zu unserer ersten Ausstellung am 10. und 11. November im Kolpinghaus in Innsbruck. Sie verzichteten sogar weitgehend auf Dummheiten, und ihr Jugendleiter freute sich mit ihnen über den gelungenen Auftritt.100_0797-2

    Gibt es die Jugendgruppe Steinach noch? Ja, wenn man bei drei interessierten Jungsammlern noch von einer Gruppe sprechen kann. Sie wollen im kommenden Frühjahr sogar in Südtirol ausstellen. Dabei hatten sie beim letzten Tauschtreffen so viel Unsinn im Kopf, dass ihr Leiter ziemlich zerknirscht nach Hause kam.

    Doch damit haben wir zu leben, wenn wir uns mit Jugendlichen in der Freizeit beschäftigen. So mancher Kollege kann sicher ein Lied davon singen. Aber ich glaube, man sollte auch hier zu den Realitäten stehen und nicht alles beschönigen und die Kinder nicht nur in den Himmel hinauf loben.

    Robert Dautz
    Obmann und Jugendleiter Steinach.